Künstliche Intelligenz als Gamechanger: Ars Electronica-Leiter im Interview

Das Ars Electronica Festival ist DAS Festival für Kunst, Technologie und Gesellschaft. Heuer widmet es sich von 7. bis 11. September dem Thema „Artificial Intelligence – Das andere Ich“. Die WKOÖ Fachgruppe für Unternehmensberatung, Buchhaltung und IT (WKOÖ UBIT) unterstützt das Festival mit der Patronanz über die vielen Guided Tours, in denen Medienkunst vermittelt wird.

Was Artificial Intelligence – also künstliche Intelligenz, das Medienkunstfestival und WKOÖ UBIT verbindet und voneinander profitieren lässt, erfahren Sie im Interview mit Gerfried Stocker, dem künstlerischen Leiter von Ars Electronica.

künstliche Intelligenz

(c) Ars Electronica / Robert Bauernhansl

Wie können Medienkunst und die Bereiche Unternehmensberatung/Buchhaltung/Informationstechnologie voneinander profitieren?

Viele MedienkünstlerInnen beschäftigen sich vor allem mit dem Verhältnis von Mensch und Maschine und beleuchten die kulturelle Seite der Digitalisierung, fragen nach dem Faktor Mensch in unserer sehr von Technologie durchdrungenen Welt. Das haben wir in gewisser Weise mit der Unternehmensberatung und den EntwicklerInnen von IT-Services gemeinsam. Diese Erfahrungen können uns auf beiden Seiten sehr viel bringen.

Artificial Intelligence ist das Thema des heurigen Festivals – Warum wurde das gewählt?

Es gab in den letzten Jahren enorme Entwicklungen im Bereich Machine Learning, das macht es technologisch so spannend, aber es ist auch ein Thema, an dem wir ganz exemplarisch die große Frage und Herausforderung unserer Zeit diskutieren können. Und zwar die Akzeptanz neuer Technologien, wovor und wieso fürchten wir uns. Technologie ist ja etwas, dass immer von uns selbst entwickelt wird. Es ist an der Zeit, hier auch als Gesellschaft stärker Verantwortung zu übernehmen. Bislang war die Frage immer ob etwas auch machbar ist, in Zukunft wird es vielmehr die Frage sein ob wir das auch wollen.

Welche Rolle wird Künstliche Intelligenz speziell in IT-Firmen und im Bereich Unternehmensberatung künftig spielen?

Ich denke, in allen informations- und wissensorientierten Bereichen ist die Künstliche Intelligenz (bzw. das was wir davon in den nächsten zehn Jahren schon erwarten können) ein richtiger Gamechanger, aber eigentlich zum Positiven, denn es wird uns möglich sein, viel mehr Daten, Informationen und Wissen wesentlich umfangreicher und schneller bewerten zu können. Und Wissen ist Macht und wer besser und schneller damit umgehen kann ist im Vorteil.

WKOÖ UBIT unterstützt die Guided Tours. Warum ist es wichtig, Menschen nicht nur selbst durch das Festival spazieren zu lassen, sondern ihnen Medienkunst zu vermitteln?

Das Festivalprogramm ist riesig und hat viele Bereiche für Special Interest Groups, damit man sich da nicht wochenlang vorbereiten muss, um das zu finden was einen selbst interessiert, gibt es das We Guide You Programm. Nach guter Ars Electronica Center Tradition wollen wir aber die Leute dabei nicht alleine lassen … und es wird noch lange dauern, bis irgendeine KI (Künstliche Intelligenz) wirklich auch nur annähernd so kompetent und einfühlsam auf die Interessen von anderen Menschen eingehen kann. Wir zeigen damit auch ein wenig was eigentlich die große Stärke des Menschen ist: das Soziale, die Kommunikation und das Einfühlungsvermögen.

Wie wichtig ist die Unterstützung von Partnern aus Wirtschaft und von Interessensvertretungen?

Sehr wichtig, und zwar nicht nur wegen der finanzieller Unterstützung, sondern auch, weil wir damit die Menschen viel besser erreichen und unsere Partner auch wichtige Kommunikatoren für uns sind. Und dafür bedanken wir uns sehr herzlich.

 

Gerfried Stocker ist seit 1995 künstlerischer Geschäftsführer des Ars Electronica. 1995/96 entwickelte er mit einem kleinen Team von KünstlerInnen und TechnikerInnen die richtungsweisenden neuen Ausstellungsstrategien des Ars Electronica Center und betrieb den Aufbau einer eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilung, des Ars Electronica Futurelab. Unter seiner Führung wurden ab 2004 das Programm für internationale Ars Electronica Ausstellungen aufgebaut und ab 2005 die Planung und inhaltliche Neupositionierung für das neue und erweiterte Ars Electronica Center aufgenommen und umgesetzt.

Mehr über die Einladung zur Fachgruppentagung in der Postcity Linz erfahren Sie hier.

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